Workshop-Angebot

Für folgende Workshops können wir gerne angefragt werden. Thematische Anpassungen sind auf Anfrage hin möglich.

Zielgruppe sind interessierte Erwachsene mit und ohne Vorkenntnisse. Die Dauer eines Workshops liegt bei 3 Stunden. Alle Workshops sind auch online möglich. 

Die Imperiale Lebensweise: Auf Kosten Anderer? (Teil 1: Basisworkshop)

Im Workshop „Auf Kosten Anderer?“ wollen wir die Art und Weise, wie wir leben und wirtschaften aus Perspektive der imperialen Lebens- und Produktionsweise beleuchten. Das Konzept der Imperialen Lebensweise (Wissen/Brand, 2017) versucht zu erklären, warum das vorherrschende Gesellschaftssystem, so stabil ist, obwohl dessen Mängel angesichts der sich verschärfenden Klimakrise und den weltweiten sozialen Missständen offensichtlich sind. Dieses kann nur aufrecht erhalten werden, indem die Kosten der imperialen Lebensweise mit einer hohen Selbstverständlichkeit auf nachfolgende Generationen und andere Regionen dieser Welt ausgelagert werden. Im Workshop werden diese Zusammenhänge insbesondere an den Fallbeispielen „globale Betreuungsketten“ und „globale Güterketten“ dargestellt. Der Workshop ist interaktiv gestaltet. Zum Einen werden die Teilnehmer*innen in ihm mit dem Konzept der imperialen Lebensweise vertraut gemacht. Zum Anderen lädt er dazu ein, auf dieser Grundlage gesellschaftliche Ansatzpunkte für einen tiefgreifenden Wandel in Richtung solidarischer Lebensweise zu erforschen. 

Kartierung der Imperialen Lebensweise: Den Wald vor lauter Bäume nicht sehen (Teil 2: Erweiterungsmodul)

Unser Leben und Arbeiten findet in einem System statt, das die imperiale Lebensweise vorantreibt und stabilisiert. Nicht zuletzt deshalb ist es als Einzelpersonen nahezu unmöglich, nicht auf Kosten anderer zu leben. Das Konzept der Imperialen Lebensweise rückt demnach Strukturen anstelle von individuellem Verhalten in den Vordergrund. In diesem Workshop bedienen wir uns der Methode „kollektiven Kartierens“, um diese Strukturen in unserem unmittelbaren Umfeld sichtbar zu machen: Welche Strukturen zwingen uns – auch gegen unseren Willen – ausbeuterisch zu handeln?Und wie kann eine Umgebung aussehen, die eine solidarische Lebensweise unterstützt?
Die gemeinschaftliche Anfertigung von Umgebungskarten ist eine Möglichkeit, um konkrete Beobachtungen und Alltagserfahrungen zusammen zu tragen und in ihren Zusammenhängen zu diskutieren. Verschiedenen sozialen Bewegungen auf der ganzen Welt nutzen diese Methode, um Entwürfe einer solidarischen Welt zu entwickeln und zu kommunizieren. Im Workshop werden konkrete Beispiele „kollektiver Kartierungen“ vorgestellt, bevor wir in einem interaktiven Teil selbst eine Kartierung durchführen.

Von Pflegenotstand und Klimakrise: Eine Sorge-Perspektive auf Wirtschaft und Gesellschaft

Was haben Pflegenotstand und die Klimakrise miteinander zu tun? Warum erleben wir Ausbeutung so oft gerade in jenen Bereichen, die unsere Lebensgrundlage sicherstellen? Und was würden Kinder in einer Gesellschaft lernen, die Fürsorge in ihr Zentrum stellt?

Eigentlich ist Füreinander-Sorgen (Care) der Kern von jeglicher Wirtschaft. Doch so naheliegend das klingt, so anders laufen die Dinge im Moment: Damit die Wirtschaft weiter wächst, werden vor allem Frauen*, Migrant*innen und die ökologische Lebensgrundlagen ausgebeutet. Der Workshop richtet sich an Menschen, die in ihrem täglichen Leben mit den Folgen dieser Care-Krise konfrontiert sind und sich Veränderung wünschen: einem ausbeuterischen Pflegesystem, kollabierenden Ökosystemen oder dem fehlenden Raum für (Selbst-) Regeneration. Im interaktiven Workshop ergründen wir die gemeinsamen Wurzeln der Erfahrung eines Sorge-Engpasses, sobald es um den Erhalt unserer Lebensgrundlagen geht. Darauf aufbauend eröffnen wir den Raum, um eine Gesellschaft zu visionieren, die Fürsorge in ihr Zentrum stellt.

Dieser Workshop wird in Kooperation mit dem Bildungskollektiv radix angeboten: https://kollektiv-radix.at/